Schwäbisches Tagblatt
08. April 2026 | ROTTENBURG UND UMGEBUNG
Musikalische Delikatessen zu Ostern
Der Pauluschor Kiebingen präsentierte in der Heilig-Geist-Kirche Tamblings „Missa brevis“. Von Hans-Michael Greiß
Kiebingen
Eine Delikatesse der zeitgenössischen Chorliteratur hatte Chorleiterin Sarafina Schenk ausgewählt, die „Missa brevis in B-Dur“ des britischen Kirchenmusikers Christopher Tambling. Ein Jahr vor seinem Tod mit nur 51 Jahren hatte er 2014 dieses Auftragswerk voll Ausdrucksstärke zu einer Liebeserklärung an die Chöre des Bistums Speyer arrangiert. Alle Schwächen heutiger Chöre verstehend, Überalterung, Traditionalismus, Skepsis gegen moderne Dissonanzen, mangelnde Tenöre, teure Solisten und Orchester, wandelte er in Stärken, allein dem Chor Stimme und mit schwelgerischen Melodien, eingängigen Harmonien und einem mitreißenden Gestus eine nachhaltige Wirkung zu geben.
Ganz auf bescheidene Begleitung angelegt, reicht zu dieser Messe bereits eine Orgel, bestenfalls eine Unterstützung von Posaunen und Trompeten. Da bot der Musikverein Kiebingen mit den Trompetern Philipp Hahn und Fabio Mazzotta sowie den Posaunisten Roland Fischer und Robert Leins ideale Partner. Dominik Kleinmann bevorzugte zur Feier des Hochfestes die triumphalen metallisch klingenden Labialregister der Rieger-Orgel. Aber alle bewahrten ihren Respekt vor der hervorragenden Chorleistung, die sich in klanglicher Reinheit und sprachlicher Präzision ausdrückte.
„Missa brevis“, der Name sagt alles über die beeindruckende Komposition aus, sie kommt ganz ohne Glanzarien aus, ohne Wiederholungen, ohne Pomp. Aber mit viel verinnerlichter Liturgie.
Kyrie, Gloria, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei, nur wenige Minuten dauernd, wie kleine Häppchen der Haute Cuisine, scheinbar gering, aber voll verzaubernden erlesenen Geschmacks. Aus den erfahrenen und ambitionierten Choristen, alle ausgesucht beste Zutaten, hatte Schenk in ihrer Probenarbeit die richtige Würze für diesen Hochgenuss bereitet.
Diese perfekte Mischung vollendete sie zum „Nachtisch“ mit Preziosen englischer Kathedralmusik, „Rejoice in the Lord always“ von George Rathbone voll überschwänglichen Jubelrufen und dem ultimativen Osterklassiker, Georg Friedrich Händels „Halleluja“. Aber nicht nur musikalische Gourmets kamen bei diese Messe auf ihre Kosten. Mit herkömmlichen Osterweisen wurden alle Gläubigen in den festlichen Gemeindegesang einbezogen. Dem Schlusssegen gab Pater Francis Kottarathil eine exotische Würze mit dem Segenslied auf Malayalam, der Muttersprache seiner südindischen Heimat Kerala.
Mit dem Studienabschluss Schenks steht für den Pauluschor ein Dirigatswechsel an. Nach der gelungenen Messe äußerten viele der glücklichen Sänger und Sängerinnen in der strahlenden Ostersonne vor der Kirche ihren hoffnungsvollen Willen, auf ihrem hohen Leistungsniveau, das den Pauluschor seit bald sieben Jahrzehnten auszeichnet, auch in der Zukunft ihren aufmerksamen und treuen Anhängern Freude bereiten zu können.
Pressespiegel
Schwäbisches Tagblatt
13.12.2022 Benefiz mit versöhnlichem Ende
Der Paulus-Chor Kiebingen gestaltete gemeinsam mit dem Musikverein ein Benefizkonzert.........
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28.10.2019 Fulminantes zum Jubiläum
Ein erinnerungswürdiges Konzert gaben am Samstag der Paulus-Chor Kiebingen und das Landespolizeiorchester BW........
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16.7.2003 Paulus-Chor interpretierte Gospels und Modernes
„ hervorragende Chormusik auf dem Dorf…“
19.10.2004 Geistliches Konzert mit Orchester
„ Publikum war überwältigt …
ausgezeichnetes Stimmenpotential.“
12.12.2006 In den Advent gesungen
„ die Chorstücke waren ein Hörgenuss für die 400 Besucher…“
20.7.2007 „ Kirchliche Chöre (Paulus-Chor und Liederkranz- Kirchenchor) füllten mit weltlicher Musik die Sülchgauhalle….sie boten den Gästen einen ebenso abwechslungsreichen wie kurzweiligen Abend.“